Oster-Rekorde

Dieses Jahr hat uns der Osterhase am Osterwochenende gleich mehrere Flugtage ins Nest gelegt. Neben vielen tollen Flügen, sind zwei besonders herausgestochen:

Der Madereck-Rekord von Gerdschi (20.04.2019 – 128km FAI) und der Holzbauer-Rekord von Güni (21.04.2019 – 116km FAI).

Von diesen Flügen wollten wir etwas mehr wissen und so haben wir die beiden zu ihren Glanzleistungen befragt.

Gerdschi

Güni

Kannst du den Flug in paar Sätzen zusammenfassen?

Am meisten hat mir gefalln, dass mas endlich mal gschafft haben gemeinsam zu fliegen. Bei meiner Baustell am Schießling hab i an klanen Tobsuchtsanfall kriagt, wie i den Anschluss verloren hab und hab es genau so schad gfunden wie Tom die Baustell aufgrissen und den Anschluss verloren hat. Am letzten Schenkel hab i dann leider a in Bingo aus die Augen verloren (der soll endlich sein Livetracker auf die Reih kriegen :-p) und mi irrsinnig gfreut wie die Bastelei vorbei am Gösseck geklappt hat. Als Belohnung hab i dann des Geschenk am Reiterkogel bekommen, für den Ausgleiter in den Sektor.

I bin gstart – net obgsoffn – und glondet. (lacht) Und in Krapf Andi hob i ausm Startbort außiboxt. Jo, wor a supa Flug. Is holt passiert – mehr oda weniger. I wuit afoch nur hoam zum Auto. Mei Plan wor jo des, dass i übern Leobner Hauptplotz as erste Mol drüberfliag. Nochand hob i ma docht vui cool und auf oamol zeichnet ma der as FAI ein – wor jo vorher koans! Oba i woa überm Hauptlplotz – des wor wichtig!

Wie fühlst du dich nach so einem erfolgreichen Start in die Saison?

Traurig, weil ich die meiste Zeit alleine unterwegs war und wir nur einen Flugtag hatten, wo wir gemeinsam fliegen konnten.

Wööötklasse! (lacht) Mit sowas hab ich überhaupt nicht gerechnet. Ich rechne mit sowas überhaupt nie!

Hast du vorher schon gewusst, dass das ein Tag für den Rekord wird? Und wenn ja woher?

Es war nach dem Vortag, der ja noch nicht so gut angesagt war, eigentlich absehbar. Der darauffolgende Tag war in Apltherm noch besser angesagt. Durch die vielen Leute, die geflogen sind und dadurch, dass es so gut wegkachelt hat und dadurch, dass die Motivation heuer passt ist es einfach leichter gegangen.

Das fragst du jetzt mich? (lacht) Überhaupt gar nicht. Ich bin das erste Mal wirklich weggeflogen von dem Orschlochhigl. Dieses Mal hat es funktioniert, weil ich den Krapf Andi aus dem Startbart gekickt habe (lacht). Hat mir wirklich leidgetan. (lacht) Ich muss ihm noch zwei Bier zahlen.

Wie würdest die Flugbedingungen an diesem Tag beschreiben?

Es ist schon sehr sportlich gewesen. Es ist überall sehr zuverlässig hoch gegangen wo man weiß, dass normalerweise eine Thermik steht. Und auch tief ist man gut wieder hochgekommen. Aber das starke Sinken zwischen den Thermiken ist halt nervlich sehr aufreibend beim Streckenfliegen – wenn dir vorkommt du machst keine Meter. Ich habe mir mittlerweile am Vario (XCTrack) die geflogenen Kilometer und die Schnittgeschwindigkeit über 3 Wendepunkte eingestellt. Wenn man 2-3 Stunden geflogen ist und sieht, dass man einen guten 20er Schnitt fliegt und auch weiß wie lang der Tag noch geht – das motiviert!

Frühlingshaft.

Wie wars mit den Steigwerten und dem Wind?

Steigwerte waren sehr gut, die Thermiken waren klassische Frühjahrsthermiken, sehr stark. Wenn du aus dem Kern hinausgefallen bist, bist du sofort in das starke Sinken hineingefallen. Es ist wichtig zu schauen, dass man im Kern drin bleibt, dann ist das Fliegen viel, viel entspannter. Der Wind war schwierig abzuschätzen, weil man nie wusste ob das jetzt eine starke Thermik ist, die einen ansaugt, wegschiebt oder nicht rein lässt. Deswegen ist es mir nicht vorgekommen, dass viel Wind drin war. Auch wenn der berechnete Wind zwischen 20 km/h und 5 km/h in die andere Richtung herumgeschwankt ist. Man konnte sich auf die Anzeige nicht verlassen.

Frühling, ganz normal, Steigwerte aufi oba. Wind war keiner. Teilweise hat es stark angerissen, z.B. am Floning. Ich wäre ja fast in den Luftraum reingekommen. Ich bin mit 2700 rausgeflogen und gestiegen bis 2900 und nirgends runtergekommen! Eigentlich sollte es ja auch runter gehen, wo es irgendwo hinauf geht!

Was war der beste Moment im Flug?

Als ich über Niederung drüberschlupfen konnte und wusste, dass ich den Sektor bekomm. (lacht) Wort, wor des net da Holzbauer-Flug? A na, des wor vom Madereck.

Der Start und die gesunde Landung – das sind die zwei wichtigsten Sachen!

Was war der schwierigste Moment?

Die Luftraumbastelei zum Schluss. Wenn du weißt es geht gut dahin und speziell bei St. Michael, wenn der Luftraum nicht offen ist, ist es weit bis man den nächsten Einstieg wieder findet.

Der Startbart! Und der einmalige Start, sonst hab ich immer zwei am Holzbauer. (lacht)

Wenn du den Flug noch einmal machen könntest – was würdest du anders machen?

Den zweiten Wendepunkt weiter hinausschieben. Mehr Selbstvertrauen haben und mehr Vertrauen ins Palten-Liesingtal haben – das geht einfach gut. Eine andere Routenwahl gegen den Wind nach vorn (Anm.: Richtung St. Michael). Wobei das auch ein cooler Moment war, vor den Niederung den Einstiegsbart zu finden. – Ich muss aufpassen, dass ich die zwei Flüge nicht verwechsel (Anm.: Madereck und Holzbauer Flug).

Gar nichts! Es hat alles gepasst für mich.

Wie hast du dich auf den Flugtag vorbereitet?

Eigentlich bereite ich mich so auf die Flugtage gar nicht vor – was geht geht, es geht eh so oder so. Nichts spezielles – Wetter schauen. Und am Startplatz die Bedingungen nicht schlechtreden lassen.

Ich? Ich hab das Osternest versteckt, geschaut, dass ich allen ein Bussi gib und dann bin ich fliegen gegangen. Das war die Flugvorbereitung. Es war OSTERN – und ich bin VATER! Durch und durch NICHT durchgeplant.

Was kannst du über dein Setup (Schirm, Gurtzeug, Fluginstrumente) sagen?

Mit XC-Tracer und XCTrack bin ich voll zufrieden. Wenn man sich das einmal gut eingestellt hat ist es sehr hilfreich. Vor allem XCTrack ist sehr hilfreich wegen den Lufträumen und so weiter – aber das werden wir eh beim Clubabend durchgehen. Gurtzeug fliege ich schon lange das gleiche – Beschleuniger war ich bis heute zu faul, dass ich mir einen speziellen bau. Die Queen taugt mir irrsinning. Jetzt hats mich beim Vollgasfliegen in der starken Frühjahrsthermik schon ein paar Mal voll zernaglt und sie ist für mich extrem überschaubar zum Fliegen. Ich fühle mich richtig wohl darunter und sie geht saugut. Beim Setup ist es das wichtigste, dass man sich wohlfühlt und es nicht alle drei Tage ändert, sondern sich einstellt darauf. Wissen in welcher Tasche was drin ist, was zum Trinken und was zum Essen mithaben. Ich habe eigentlich immer die gleichen Sachen mit, egal ob ich einen kleinen Hupfer mache oder Streckenfliegen gehe.

Der Schirm ist ein voll cooles Ding, der ist mein Schatzi. Alles passt gut zusammen. Es gibt keine technischen Feinheiten wie bei euch, die ausfallen können. Es ist mehr analoges Fliegen. (lacht)

Was kannst du unseren Streckflug-Neulingen raten um auch so erfolgreich zu werden?

Hoch fliegen – wer hoch fliegt, fliegt lang. Absaufen gehört – leider – dazu. Das hab ich auch hart lernen müssen. Das ist leider sehr bitter, vor allem wenn man am Anfang mit besseren Leuten mitfliegt. Fliegen, fliegen, fliegen und mitdenken dabei. Ein bissl ein Debriefing machen, überlegen warum was gegangen ist und mit anderen Leuten blöd darüber reden.

Üben, üben, üben. Es ist so. Jeder Flug ist ein geiler Streckenflug! Und leider geht es nicht alle Tage so gut!

Wirst du den Polster Pokal holen?

Ich habe heuer hoffentlich wieder einen starken Konkurrenten – den Güni. Wir werden uns wieder ein Duell liefern, nachdem er ja schon auf den Dritten Platz hineingegrätscht ist. Ich hoffe, dass wir heuer 3 blaue Hunderter in der Polsterwertung schaffen – das wäre das I-Tüpfelchen.

Nein, weil da ist noch da Gerdschi noch da, der Krapf Andi und der Leitner Tom und der Bingo … da sind genug Leute die das machen können. Wenn es passiert, passierts und sonst nicht. Es ist super, dass heuer alle so cool fliegen, taugt mir wirklich, es ist relativ spannend. Gerdschi ist weit vorn – er hat richtig vorgelegt – er hat zwei Tage hintuscht, wo ich glei so mit den Ohren wackeln kann. Aber das ist das Glück des Tüchtigen. Aber es ist noch lang nicht aus – aus ist zum Schluss!

Was erwartest du dir noch von der Saison und was sind deine Ziele?

Das größte Ziel ist einen freien und einen blauen 200er zu machen – damit ich da auch mitreden kann und sagen kann man ist so etwas einmal geflogen. Mehr gemeinsam fliegen – das macht einfach mehr Spaß. Was mir einmal gefallen würde, wär z.B. eine Wendepunkt-Toplande-Rallye. Man fliegt weg von uns, landet auf der Veitsch bei der Hütte und fliegt rüber auf den Reichenstein zum Toplanden. Sowas wär einmal eine richtig coole Unternehmung.

Ein paar geile Flügen wären schon cool! Wenns geht geht’s und sonst geht’s eh net.

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